Normal | Impressum | Login
Freiwillige Feuerwehr Hausen

Nordbayerische Nachrichten

vom 20.09.2010

Hotelschiff rammt die Schleuse in Hausen

Schwerer Unfall in der Samstagnacht mit sieben Verletzten — Eine Million Euro Sachschaden

HAUSEN — Ein Hotelschiff aus den Niederlanden ist in der Samstag­nacht in der Schleuse Hausen verun­glückt: Dabei wurden sieben Passa­giere verletzt. Der Sachschaden wird auf eine Million Euro geschätzt.
161 Passagiere und eine 41-köpfige Crew waren an Bord, als das große Schiff am Samstag um 23.30 Uhr auf einer Flusskreuzfahrt von Amsterdam nach Budapest die Schleuse in Hau­sen erreichte. Aus noch ungeklärter Ursache stieß das Schiff in der Schleu­senkammer mit dem Bug gegen das Schleusenoberhaupt und verklemmte sich dort. Die Mitarbeiter der Schleu­senzentrale bemerkten den Unfall sofort und stoppten den Vorgang.

Ins Wasser gestürzt
Durch den heftigen Anstoß verletz­ten sich in den Passagierräumen einige der meist älteren Gäste leicht. Ein 67-Jähriger stürzte bei der Hava­rie sogar vom Oberdeck ins Wasser und zog sich Rippenbrüche zu. Er wurde vom Rettungsdienst geborgen und zusammen mit sechs anderen Pas­sagieren ins Krankenhaus gebracht. Mit Ausnahme der sieben Verletzten blieben alle anderen Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Die meisten von ihnen ließen sich durch das Geschehene nicht beeindrucken und zogen sich schnell wieder zum Schlafen in ihre Kabinen zurück.
Sechs der Verletzten konnten am Sonntag aus dem Forchheimer Kran­kenhaus wieder entlassen werden. Der gestürzte Passagier muss wegen seiner Rippenbrüche noch einige Tage in der Klinik bleiben.
Das Schiff mit dem Heimathafen Valetta in Malta wurde nach dem Unfall aus der Schleusenkammer manövriert. Seine Reise konnte es am Sonntag nicht mehr fortsetzen. Damit es wieder fahrtüchtig wird, müssen im Laufe des Montags noch einige Repa­raturen durchgeführt werden, infor­mierte die Pressestelle des Polizeiprä­sidiums Oberfranken. Ersten Informa­tionen zufolge wurde das Schiff im Bugbereich und an den Radareinrich­tungen erheblich beschädigt.
Die Schleuse Hausen war für etwa zwei Stunden gesperrt. Im Einsatz waren neben zahlreichen Kräften von Rettungsdienst und Feuerwehr Hau­sen Angehörige der Wasserwacht Forchheim. Beamte der Wasserschutz­polizei Bamberg und Nürnberg nah­men unterstützt von Kollegen aus Bamberg und Forchheim vor Ort die Ermittlungen auf.



Sieben Verletzte mussten nach dem Schiffsunglück vorübergehend ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Huber